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Laborbedarf fotografieren: glänzende Verpackungen

Laborbedarf-Fotos sind Verpackungsfotos: Licht weich machen, damit kein Reflex auf der Artikelnummer landet – und weiße Kartons im Raster auseinanderhalten.

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Laborbedarf fotografieren: glänzende Verpackungen

Ein Katalog für Laborbedarf ist im Grunde kein Produktkatalog. Er ist ein Verpackungskatalog. Pipettenspitzen kommen als schrumpffolierter Stapel, Nahtmaterial im Beutel mit Tyvek-Seite, Handschuhe in der bedruckten Spenderbox, Spritzen auf der Blisterkarte. Was der Einkäufer sieht, ist Folie, Alu und Karton.

Das ist deshalb wichtig, weil Folie spiegelt. Glattes Polymer spiegelt jede Lichtquelle, die darauf fällt: Aus einem Ringlicht wird ein heller Ring quer über dem Beutel, aus dem Kamerablitz ein ausgefressener Kreis – genau dort, wo die Artikelnummer aufgedruckt ist. Wer diese Nummer abgleichen will, kann nicht durch ein Glanzlicht hindurchlesen.

Das zweite Problem zeigt sich im Raster: Ein Laborsortiment besteht aus dutzenden nahezu identischen weißen Kartons, die sich in zwei Ziffern und einem Farbstreifen unterscheiden – in Thumbnail-Größe fallen sie zu einem einzigen Rechteck zusammen. Das erste Problem löst du vor dem Auslösen. Das zweite danach, indem du dem ganzen Sortiment einen einzigen Hintergrund gibst.

Der Reflex sitzt auf der Folie, nicht auf dem Produkt

Für gerichtete Reflexion gilt eine einzige Regel: Licht wird im selben Winkel zurückgeworfen, in dem es auftrifft. Eine kleine harte Lichtquelle erzeugt ein kleines hartes Glanzlicht mit scharfer Kante. Eine große weiche Quelle erzeugt einen breiten Verlauf, den das Auge als Schimmer liest und nicht als Beschädigung.

Nahaufnahme von Blisterpackungen: rosa Tabletten unter klaren Kuppeln auf geriffelter Silberfolie, daneben gelbe Tabletten in einer orangefarbenen Folienpackung, mit harten hellen Reflexen quer über Kuppeln und Rillen.

Der erste Schritt ist Größe und Abstand: Mach das Licht im Verhältnis zur Packung größer und bring es näher heran. Ein Fenster hinter einem dünnen Vorhang, ein kühl laufendes LED-Panel hinter einem Diffusorstoff oder Licht, das du über eine weiße Wand umlenkst – niemals Papier oder Stoff, den du vor eine heiße Lampe klebst. Eine Handy-Taschenlampe reicht dafür nicht; dieselbe Überlegung entscheidet auch über Aufnahmen kleiner glänzender Objekte.

Schalt auch die Deckenbeleuchtung aus: Gemischte Lichtquellen legen zwei konkurrierende Reflexionen auf dieselbe Fläche, und du wirst nie beide platzieren können.

Das Licht gehört zur Seite, nicht nach vorn

Stell eine diffuse Lichtquelle seitlich auf Schulterhöhe auf, nicht über die Packung, und setz gegenüber eine weiße Karte, die den Schatten aufhellt. Seitenlicht streift über die Folie, sodass die Reflexion von der Kamera wegwandert statt in sie hinein, und es zeichnet einen weichen Verlauf über eine Seite des weißen Kartons, der der Schachtel eine Kante gibt. Frontales Licht macht die Packung flach und parkt das Glanzlicht auf der bedruckten Seite.

Kipp die Packung, nicht das Licht

Wenn das Glanzlicht trotzdem auf der Fläche landet, die lesbar sein muss, bewegst du die Packung, nicht das Set. Ein paar Grad Neigung schicken die Reflexion an eine harmlose Stelle – und lassen sich über ein ganzes Sortiment schneller wiederholen.

Falte einen Kartonstreifen zu einem Keil, schieb ihn unter die hintere Kante des Beutels und beobachte, wie das Glanzlicht wandert; stopp, sobald es den Druckbereich freigibt. Heb den Keil auf – dieselbe Neigung bei jedem Artikel ist die halbe Miete, damit ein Katalog durchdacht wirkt.

Lose Schrumpffolie über einem Rack Pipettenspitzen wirft Falten, und jede Falte ist ein eigener Spiegel. Unbeschichtetes Tyvek ist vergleichsweise matt; Glanzkartons und klare Blisterhauben brauchen die Neigung.

Ware fotografieren, die du nicht öffnen darfst

Sterilbarriere-Verpackungen lassen sich für ein Foto meist nicht öffnen: Ist die Barriere einmal verletzt, kann die Einheit nicht zurück in den verkaufsfähigen Bestand. Prüf zuerst die Herstellerangaben und eure eigenen Qualitätsvorgaben – und geh davon aus, dass das Bild all das transportieren muss, was ein Einkäufer sonst durch Anfassen erfährt.

Ein dichter Haufen sterilisierter Dental- und Chirurgieinstrumente, eingeschweißt in Sterilisationsbeutel aus Klarfolie und Papier, jeder Beutel bedruckt mit Referenznummern, Chargencodes und Dampfprozess-Indikatoren.

  • Fotografiere die versiegelte Einheit frontal zur bedruckten Seite, damit das Beschriftungsfeld vollständig lesbar ist.
  • Halte pro SKU ein markiertes Fotomuster bereit, gelagert außerhalb des verkaufsfähigen Bestands, damit es niemand versendet.
  • Brauchst du eine Aufnahme des Inhalts, frag nach, ob eine abgelaufene Charge oder ein QS-Ausschuss für die Fotografie freigegeben werden kann – und kennzeichne das Bild entsprechend.
  • Nimm in einer Zweitaufnahme eine Größenreferenz mit ins Bild: ein Lineal daneben oder die Packung in behandschuhter Hand.
  • Trag Handschuhe: Fingerabdrücke auf Glanzfolie sind auf dem Foto sehr viel deutlicher zu sehen als im Raum.

Ein Hintergrund für ein Regal fast identischer Kartons

Sind die Aufnahmen sauber, braucht das Sortiment einen einheitlichen Hintergrund. Reines Weiß ist für die eigene Website die falsche Wahl: Ein weißer Karton auf Weiß verliert seine Kanten, und kleine Thumbnails machen es noch schlimmer. Behalte eine weiße Variante für die Kanäle, die eine verlangen; unser Leitfaden zu Amazons Bildregeln erklärt, was ein Marktplatz üblicherweise unter einem weißen Hauptbild versteht – verbindlich ist allein die Verkäufer-Dokumentation des jeweiligen Marktplatzes. Lass sie nicht deine Kategorieseite bestimmen.

Nahaufnahme von drei schlichten weißen Aufbewahrungsboxen mit Deckel, gestapelt vor einer mittelgrauen Wand; Seitenlicht trennt jeden Deckel von der Box darunter.

Nimm ein sehr helles Grau – hell genug, dass es neben deinem Seitenhintergrund neutral wirkt, dunkel genug, dass sich die Silhouette von selbst abzeichnet. Im Editor von remover.bg legst du dieses Grau als eigene Hintergrundfarbe fest und ergänzt einen weichen Schlagschatten, damit die Packung auf einer Fläche aufliegt. Verwende bei jedem Produkt denselben Hex-Wert; ein Schatten, der in jedem Bild gleich fällt, lässt einen Katalog mit Ware vieler Lieferanten wie eine einzige Produktlinie wirken.

Bei großen Sortimenten läuft die Stapelverarbeitung über die HTTP-API: eine Anfrage pro Bild, bei jedem dieselbe Hintergrundfarbe und dieselben Schatteneinstellungen – und die Ausbeute eines ganzen Tages kommt einheitlich zurück.

Vor der Veröffentlichung

Sieh dir den fertigen Satz in Thumbnail-Größe an, so wie ein Einkäufer ihn sehen wird: jede Packungskante sichtbar gegen das Grau, kein Glanzlicht über einer Artikelnummer, jeder Schatten fällt gleich. Wenn zwei Produkte immer noch als dasselbe graue Rechteck wirken, stimmt mit der Fotografie alles – die Kartons sind einfach so ähnlich, und die Lösung ist ein zweites Bild, das den Inhalt zeigt.

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