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Bestattungsinstitut: Särge, Urnen & Andenken fotografieren

Särge, Urnen und Andenken ohne Studio fotografieren: ein Fenster abseits des Auswahlraums, ein Winkel pro Produktart, ein ruhiger Hintergrund für alles.

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Bestattungsinstitut: Särge, Urnen & Andenken fotografieren

Wenn eine Familie bei dir am Tisch sitzt, hat sie mit ziemlicher Sicherheit schon deine Website durchgesehen – auf dem Handy, allein, zu einer seltsamen Uhrzeit. Das Sortiment übernimmt online die Arbeit, die früher ein Bestatter an ihrer Seite geleistet hat, und es tut das allein über Fotografien. Wer eine Auswahl online stellt, berührt unter Umständen auch Vorgaben zur Preisangabe – prüf also zuerst, was bei dir gilt.

Damit lastet viel auf Bildern, die meist eines von zwei Dingen sind: Katalogbilder des Lieferanten, identisch auf der Seite jedes Mitbewerbers, oder Handyschnappschüsse dort, wo das Stück gerade steht, samt Teppich und Rasterdecke. Das eine wirkt kopiert, das andere lieblos.

Die Lösung ist kein Studio. Es ist eine wiederholbare Routine – eine Fläche, ein Licht, ein Winkel pro Produktart – und ein ruhiger Hintergrund unter allem.

Hol das Stück aus dem Auswahlraum

Der Auswahlraum ist für Menschen gebaut, nicht für Kameras. Die Deckenbeleuchtung wirft harte Reflexe über lackiertes Holz und gebürstetes Metall, der Teppich färbt alles ein, was auf ihm steht, und hinter dem Stück, das du meinst, steht meist ein zweiter Sarg oder ein Preisschild.

Ein polierter Holzsarg auf einem drapierten Gestell in einem grün vertäfelten Raum, daneben Blumengestecke, Kerzen und eine Reihe unterschiedlicher Stühle, an der Wand hohe Fenster mit Tageslicht

Such dir ein großes Fenster, in das nie direkte Sonne fällt – auf der Nordhalbkugel meist nach Norden, auf der Südhalbkugel nach Süden. Fensterlicht auf der einen und warmes Deckenlicht auf der anderen Seite lassen zwei Urnen derselben Oberfläche wie zwei verschiedene Produkte aussehen. Fotografiere das ganze Sortiment in einem Durchgang, unter einem Licht.

Urnen so ausleuchten, dass die Gravur lesbar bleibt

Die Gravur ist das, was Familien tatsächlich auswählen – ein Name, zwei Daten, manchmal eine Verszeile – und flaches Licht löscht sie als Erstes aus. Lasergravierte und handgestochene Buchstaben sind flach. Beleuchtest du sie frontal, füllen sich die Rillen mit Licht und verschwinden; übrig bleibt eine leere Fläche.

Setz die Lichtquelle seitlich und leicht oberhalb, damit die Flanke jedes Buchstabens ihren eigenen kleinen Schatten wirft, und halt von der Gegenseite eine weiße Karte dagegen, damit die Schatten nicht absaufen. Dreh die Urne in kleinen Schritten weiter, bis die Schrift lesbar einrastet.

Polierte Metalle haben noch eine Falle: Was vor der Urne steht, ist im Bild. Zieh etwas Dunkles an, halt das Stativ aus der Spiegelung heraus und setz einen Diffusor vor die Lichtquelle, damit das Glanzlicht ein weiches Band wird und kein heißer Punkt. Wirklich matte Oberflächen – biologisch abbaubare Verbundwerkstoffe, unglasierte Keramik, rohes oder geöltes Holz – brauchen das Licht näher, damit überhaupt Struktur sichtbar wird; Cloisonné-Email und polierter Kunststein verhalten sich wie die Metalle. Fotografiere jede Urne geschlossen und einmal mit sichtbarem Deckel.

Särge: einen Winkel wählen und nie wieder ändern

Ein Sarg, der jedes Mal aus einer leicht anderen Ecke aufgenommen wird, macht ein Sortiment unvergleichbar. Entscheide dich für eine Dreiviertelansicht – Kamera auf Brusthöhe, Fußende näher am Objektiv, die geöffnete Deckelhälfte weggedreht, sodass das Innere zu sehen ist, ohne zu dominieren – und wiederhol sie exakt, mit Klebeband auf dem Boden für Gestell und Stativ. Das Auge soll Holz, Beschläge und Stoff vergleichen, nicht sich jedes Mal neu orientieren.

Belichte auf den Innenstoff. Elfenbein- und Champagnerkrepp frisst ins Weiß aus, lange bevor das Holz richtig aussieht, und ein ausgefressenes Interieur nimmt die Steppung gleich mit.

Ein automatischer Freisteller behält das Gestell womöglich beim Sarg oder nimmt es mit dem Hintergrund weg – nimm deshalb jedes Mal dasselbe abgedeckte Gestell und dieselbe Decke; so bleibt das Sortiment in beiden Fällen stimmig.

Erinnerungsschmuck und kleine Andenken

Fingerabdruck-Anhänger, Zylinder-Miniurnen und gravierte Medaillons sind das Urnenproblem im Kleinformat. Leg jedes Stück auf eine matte Karte statt auf Glas oder einen Acrylsockel – der stellt ein zweites, kopfstehendes Andenken mit ins Bild.

Gib einer feinen Kette eine Unterlage, zu der sie Kontrast hat; auf einer Karte in fast ihrem eigenen Ton bekommt sie niemand sauber getrennt, weder Kamera noch Software. Unser Leitfaden zur Schmuckfotografie geht bei kleinen, spiegelnden Motiven noch tiefer.

Ein Hintergrund für das ganze Sortiment

Der letzte Schritt sorgt dafür, dass vierzig Aufnahmen aus einem Vormittag wie eine einzige Auswahl wirken. Öffne jedes Bild in remover.bg, löse das Stück von seiner Aufnahmefläche und setz es auf eine Hintergrundfarbe, die für das ganze Sortiment gilt.

Eine glänzend rote Keramikvase mit abstrakt strukturierter Oberfläche in Nahaufnahme vor schlichtem beigem Hintergrund

Warmes Grau ist meist die richtige Wahl: Reinweiß wirkt klinisch und lässt dunkles Holz und Zinnoberflächen schweben, ohne dass sie auf etwas aufliegen. Füg einen Schlagschatten hinzu, damit jedes Stück auf einer Fläche ruht, und wende ihn auf jedem Bild gleich an; die Anleitung für realistische Schatten zeigt, wann ein Schatten hilft und wann nicht. Auch dein eigenes Foto einer schlichten Wand funktioniert, falls dir eine flache Farbe zu nüchtern ist.

PNG, JPEG und WebP funktionieren in beide Richtungen, mit Uploads bis 10 MB pro Datei, im Web oder in der Handy-App. Wer als Entwickler ein ganzes Lieferantensortiment auf einmal durchschiebt, nimmt statt des Editors die API zum Hintergrund entfernen.

Bevor die Seite online geht

Öffne die fertige Seite auf dem Handy, in der Kachelgröße, die eine Familie zu sehen bekommt. Prüf, ob der Hintergrundton auf jedem Thumbnail identisch ist – nicht fast identisch –, ob die Schatten gleich fallen und ob kein Stück heller wirkt als seine Nachbarn.

Über-die-Schulter-Blick auf einen Mann, der ein Smartphone in beiden Händen hält und auf dem Display eine Webseite mit kleinen Vorschaubildern liest

Schreib die Routine anschließend auf – Fenster, Tageszeit, Stativhöhe, Klebemarkierungen, Hintergrundfarbe, Schatteneinstellung. Eine Notiz im Schrank des Auswahlraums verhindert, dass die vier neuen Fotos vom nächsten Frühjahr aussehen, als hätte sie eine andere Firma gemacht.

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