Reverb-Fotos, die gebrauchtes Equipment verkaufen
Reverb-Fotos für Gebrauchtgeräte: was die Bildregeln fordern, die sieben Pflichtaufnahmen, Hochglanz mit einem Fenster zähmen und wo die Ehrlichkeit endet.
- reverb
- product photography
- used gear
- marketplace listings
- background removal
- music gear
- selling online

Zwei gebrauchte Les Pauls landen in den Reverb-Suchergebnissen nebeneinander, fast zum gleichen Preis. Die eine wurde auf einem Bett fotografiert, Bettdeckenfalten im Hintergrund, eine Deckenlampe als Schliere über dem oberen Horn. Die andere sitzt mittig auf schlichtem Weiß, die Kopfplatte komplett im Bild. Käufer öffnen die zweite und schreiben diesen Verkäufer an. Zwei Wochen später senkt der erste den Preis.
Reverb behandelt Bilder als Instrument der Durchsetzung: dunkle, unscharfe oder gering aufgelöste Fotos können ein Listing sperren lassen, und Fotos, die nicht deine eigenen sind, fliegen komplett raus. Die Käufer hier sind Spezialisten. Wer eine 15 Jahre alte Tele sucht, will Riefen in den Bünden sehen, eine Seriennummer, die sich datieren lässt, und wissen, ob die Klinkenbuchse schon einmal getauscht wurde.
Dafür brauchst du kein Studio – ein Fenster, eine Shotlist und einen Plan für das Finish, das dir dein Wohnzimmer in die Kamera zurückspiegelt.
Was Reverbs Bildregeln tatsächlich sagen
Aus den Reverb Listing Standards: Images:
- Deine eigenen Originalfotos vom tatsächlichen Artikel, in seinem aktuellen Zustand. Screenshots, Bilder aus fremden Quellen und Herstellerfotos sind Verstöße; autorisierte Händler, die Neuware, B-Stock oder neuwertiges Gear einstellen, sind die Ausnahme.
- Ausgepackte Fotos des echten Geräts – Equipment, das noch im Karton oder in der Verpackung steckt, zählt nicht, und die ausgepackten Aufnahmen müssen den tatsächlichen Zustand zeigen, Schäden inklusive.
- Alle identifizierenden Merkmale sichtbar: die Rückseite, die Kopfplatte, Seriennummern, die Elektronik und das Label im Korpus einer Akustikgitarre.
- Alle Oberflächen sichtbar, vor allem die, die beschädigt sein könnten.
- Kein hinzugefügter Text, keine Grafiken, keine Rahmen, keine Collagen und keine ablenkenden Veränderungen.
Reverbs Listing-Guide verlangt mindestens 620 x 620 Pixel und höchstens 1600 x 1600, an der Auflösung scheitert also selten ein Handyfoto. Am quadratischen Bildausschnitt schon. Fotos werden im Web, in der App und bei der Ausspielung an Online-Suchmaschinen quadratisch beschnitten, und einer hochkant fotografierten Gitarre fehlt danach die Kopfplatte oder der Gurtpin. Fotografiere mit Luft an allen vier Seiten und schneide im Foto-Editor deines Handys auf ein Quadrat zu, bevor du hochlädst – Reverb rät selbst dazu, Listing-Fotos von vornherein quadratisch zu halten.
Wasserzeichen sind nur erlaubt, wenn sie klein und transparent sind und nicht auf dem Equipment liegen. Ablenkende Wasserzeichen wertet Reverb als Verstoß gegen die Standards und schließt solche Bilder automatisch aus seinen Anzeigenzyklen aus – ein übergroßes Logo kostet dich also Platzierungen.
Die Shotlist, nach der Gebrauchtkäufer scrollen
Wer gebrauchtes Equipment kauft, scrollt nach Belegen, nicht nach Schönheit. Jeder fehlende Blickwinkel ist eine Nachricht, die du beantworten musst, bevor sich jemand festlegt.

- Hauptbild: das ganze Instrument, frontal, nichts angeschnitten.
- Kopfplatte, gerade von vorn – Logo, Mechaniken und die Seriennummer, wenn sie dort sitzt.
- Hals- und Korpusrückseite – Halsfuß, Buckle Rash, Lackrisse.
- Griffbrett im Streiflicht, das Licht streift über die Bünde, damit Riefen und flache Stellen lesbar werden.
- Elektronik: Klinkenbuchse, Potis, Schalterkappe, Pickup-Schrauben. Beim Pedal die Buchsen, der Fußschalter und das Batteriefach.
- Koffer und Case Candy: Anhänger, Truss-Rod-Schlüssel, Anleitung, Rechnung.
- Jeder Mangel einzeln. Eine fotografierte Delle ist eine Verhandlungsposition. Eine Delle, die beim Auspacken auftaucht, ist eine Retoure.
Das Problem mit Hochglanzlack
Hochglanz-Polyurethan und Nitrolack sind gewölbte Spiegel. Halt ein Handy unter der Deckenlampe davor, und du fotografierst die Lampe, die Decke und dich selbst im grauen Hoodie.

Die Spiegelung löschen kannst du nicht – also steuere, was sich spiegelt. Stell das Instrument ans Fenster, eine durchscheinende Gardine davor: Eine große, weiche Quelle zieht einen langen, sanften Schimmer statt eines weißen Lichtflecks. Deckenlicht aus, etwas Dunkles anziehen, und kipp den Korpus so lange, bis die hellste Spiegelung von der Korpusdecke rutscht. Dieselbe Disziplin wie in unserem Guide zu kleinen, glänzenden Objekten.
Damit das Hauptbild im Suchraster besteht
Dein Hauptbild konkurriert als kleines Quadrat gegen Tausende. Was auch immer hinter dem Equipment steht – eine Sofalehne, ein Heizkörper, ein Proberaumboden – ist in dieser Größe Störsignal und lässt gutes Gear nach Haushaltsauflösung aussehen.

Das Equipment auf schlichtes Weiß freizustellen erledigt das in einem Schritt. Lade die Hauptaufnahme auf remover.bg hoch, überlass ihm die Kante und setz den Hintergrund auf Weiß oder eine Volltonfläche, die du über alle Listings hinweg wiederverwendest – dann liest sich deine Shopseite als ein Sortiment. Leg einen weichen Kontaktschatten darunter, damit das Instrument auf einer Fläche steht: Ein schwebender Freisteller sieht aus wie ein Render, und das ist hier das falsche Signal. Unsere Anleitung für realistische Schatten zeigt das, und wer wöchentlich Dutzende Listings durchzieht, schickt sie über die API zur Hintergrundentfernung.
Wo die Grenze der Ehrlichkeit verläuft
Reverbs Standards verbieten hinzugefügten Text, Grafiken, Rahmen und Collagen und verlangen Fotos, die den Artikel in seinem aktuellen Zustand zeigen. Wo der Hintergrundtausch dabei steht, schreiben sie nicht aus – halte jede Bearbeitung also strikt auf das begrenzt, was hinter dem Equipment liegt, und lies die Reverb Listing Standards: Images, bevor du dich darauf verlässt. Alles, was das Aussehen des Artikels verändert, ist ein Fall „Artikel nicht wie beschrieben“ mit Anlauf.
Die sichere Regel: den Hintergrund nur beim Hauptbild säubern. Jedes Zustandsfoto bleibt genau so, wie es aus der Kamera kam – Bundabnutzung, Buckle Rash, der Abplatzer an der unteren Zarge. Ein Käufer, der den Schaden sehen kann, macht keine Reklamation auf.
Bevor du veröffentlichst
Öffne das Listing auf dem Handy. Wenn das Hauptquadrat in Thumbnail-Größe lesbar ist, die Seriennummer ohne Aufziehen erkennbar und jeder Mangel aus deiner Beschreibung ein Foto hat, kannst du es live schalten.


