← Blog
5 Min. Lesezeit

Kunsthandwerkermarkt: Schilder aus deinen Produktfotos

Preisschilder, Anhänger, Banner und QR-Schild aus deinen Produktfotos: was 300 PPI praktisch heißt, welcher Karton durchläuft, welche Schrift auf 2 m trägt.

  • craft fair
  • signage
  • price cards
  • printing
  • makers
  • background removal
  • cardstock
  • product photos
Kunsthandwerkermarkt: Schilder aus deinen Produktfotos

Ein Marktstand entscheidet sich auf zwei Metern Abstand. So weit weg steht der Besucher, wenn dein Tisch sich einen zweiten Blick verdienen muss – und was er dann liest, sind deine Schilder. Handgeschriebene Preisschilder funktionieren bis zum dritten, dann trocknet der Stift aus und die Zahlen sehen nicht mehr gleich aus. Gedruckte Karten lösen das, und das Rohmaterial liegt längst auf deinem Handy.

Die Fotos, die du für deinen Onlineshop geschossen hast, geben gute Schilder ab. Eine Tasse auf einem Holztisch, Ohrringe auf einem vollgestellten Schreibtisch. Für ein Listing-Thumbnail sind diese Hintergründe in Ordnung, auf Papier sind sie eine Katastrophe: Heimdrucker machen matschige Tinte daraus, und dein Preis verschwindet in der Holzmaserung. Stell das Produkt frei, setz es auf eine Volltonfläche – und dasselbe Foto druckt gestochen scharf auf Karton.

Es geht um die vier Teile, die die meisten Maker brauchen: Preisschilder, Produktanhänger, ein Standbanner und ein QR-Schild.

Die einzige Zahl, auf die es wirklich ankommt

An der Druckauflösung scheitert selbst gemachte Beschilderung: Bildschirme verzeihen viel, Papier nicht. Der Arbeitsstandard für Fotodruck sind 300 Pixel pro Zoll in Endgröße. Eine Karte mit 4x6 Zoll braucht bei 300 PPI rund 1200x1800 Pixel, ein Aufsteller-Panel mit 4x4 entsprechend 1200x1200.

Prüf die Maße, bevor du gestaltest. Handykameras liefern deutlich mehr als das, du kannst also kräftig zuschneiden und hast immer noch genug. Was nicht geht: ein 600 Pixel breites Bild, das du dir von einer Website gezogen hast, über eine ganze Karte zu ziehen – das druckt weich und grau.

Zwei Angewohnheiten aus der Druckerei: Wenn du beschneiden willst, zieh die Hintergrundfarbe 3 mm (0,125 Zoll) über die Kartenkante hinaus, weil Papierschneider wandern – und halte Text 5 mm innerhalb der Schnittkante.

Warum ein Freisteller auf einer Volltonfläche so sauber druckt

Tinte verhält sich anders als Pixel. Ein fotografischer Hintergrund trägt tausende feiner Tonwertabstufungen, und ein Heimtintenstrahler übersetzt die in überlagerte Punktraster, die streifen oder das Papier durchweichen. Eine Volltonfläche hinter einem Freisteller ist eine einzige saubere Füllung, die gleichmäßig aufliegt, und sie gibt der Schrift darüber deutlich mehr Kontrast. Halt sie hell oder mitteltonig: Eine kräftig gesättigte Farbe bringt viel Tinte aufs Papier und trocknet langsam.

Mit remover.bg entfernst du den Hintergrund und bekommst den Freisteller, und der Editor legt eine Volltonfläche in deiner Markenfarbe dahinter. Füg einen Schatten hinzu, wenn das Produkt aussieht, als würde es schweben; unser Guide zum Thema realistische Schatten hinzufügen klärt, ab wann es zu viel wird. Soll das Produkt auf eine Karte, die du woanders layoutest, dann exportier stattdessen ein transparentes PNG – der Guide zu transparenten PNGs erklärt, wann dieser Weg der bessere ist.

Such dir zwei Hintergrundfarben aus und benutz sie auf jeder Karte; Wiederholung ist das, was einen Stand nach Marke aussehen lässt.

Die vier Teile richtig dimensionieren

  • Tischaufsteller – einen Branchenstandard gibt es nicht, aber gefaltete Panels mit 4x6 und 4x4 Zoll sind verbreitet. Der Knackpunkt ist der flach ausgelegte Bogen: Ein Aufsteller besteht aus zwei oder drei Panels plus Bodenlasche, ein 4x6 klappt also weit über einen Fuß auf – eine veröffentlichte Vorlage mit drei Panels kommt auf etwas über 14 Zoll. Lade die Vorlage für genau den Aufsteller herunter, den du bauen willst, und gleich ihr flaches Maß erst mal mit deinem Papier ab. Manche Zwei-Panel-Entwürfe ohne Bodenlasche passen tatsächlich auf Letter oder A4.
  • Produktanhänger – druck mehrere auf einen Bogen und schneide sie auseinander; ein Anhänger mit 2x3 Zoll will rund 600x900 Pixel.
  • Standbanner – das gibst du in die Druckerei; ein Banner, das man über den Gang hinweg sieht, verträgt weniger PPI als eine Karte auf Armlänge.
  • QR-Schild – halt den Code groß, kontrastreich und auf Weiß oder einer sehr hellen Farbe. Test ihn mit zwei Handys.

Schrift, die man auf zwei Meter liest

Schildermacher haben eine Faustregel: Ein Zoll Versalhöhe trägt etwa zehn Fuß Leseabstand. Zwei Meter sind gut sechs Fuß, damit landen deine Preise bei ungefähr zwei Dritteln eines Zolls. Runde auf drei Viertel auf, also etwa 18 bis 20 mm, dann halten sie auch schräg von der Seite oder bei mauem Licht. Produktnamen dürfen kleiner sein; Material, Pflegehinweise und deine Geschichte können so klein sein, dass jemand näher rangeht – und genau dann fängt ein Gespräch an.

Weißes Blatt mit einer einzigen großen 500, an eine Leine geklemmt auf einem Markt im Freien, dahinter unscharf ein rotes Fahrzeug.

Nimm eine fette serifenlose Schrift für Preise, und lass Schreibschriften von Zahlen weg.

Notizen zu Papier und Drucker

Karton ist der Unterschied zwischen einem Schild und einem Flyer, und Heimdrucker gehen hier weiter auseinander, als du erwarten würdest. Etliche der verbreitetsten Tintenstrahler sind für etwa 105 g/m² freigegeben, in beiden Schächten gleich. Geräte mit geradem Papierweg nach hinten oder Einzelblatteinzug schaffen rund 200 g/m², und nur wenige Fotodrucker nehmen schwereren Karton an, oft nur auf den Medien des Herstellers selbst. Und diese Werte gelten für Normalpapier. Schau ins Datenblatt deines Modells, statt zu raten, und führ schweren Karton Blatt für Blatt zu.

Draufsicht auf zwei Hände, die einen Stapel unbedruckter Bogen in die Papierkassette eines Heimdruckers schieben.

Druck eine Testkarte und schau sie dir draußen aus sechs Fuß Entfernung an. Unter Zeltstoff verschieben sich Farben: Eine Karte, die drinnen satt wirkt, wird unter einem weißen Pavillon flau.

Vor dem nächsten Markt

Leg die fertigen Karten, die Freisteller-Dateien und die zwei Farbcodes in einen Ordner. Beim nächsten Markt heißt eine neue Produktlinie dann: ein Foto tauschen, eine Zahl ändern. Dieselben Freisteller wandern zwischen den Märkten in deine Listings – siehe unseren Guide zu Etsy-Produktfotos und die Notizen zum Vorbereiten von Bildern für Print-on-Demand. Druck von jedem Preisschild zwei Ersatzkarten – irgendwas wird immer nass.

Weiterlesen